Arbeitsordnung
Arbeitsordnung!!
1. Die Arbeit ist Erholung, jede Anstrengung ist zu vermeiden. Wer bei der Arbeit schwitzt, ist sofort zu entlassen !
2. Der Beginn der Arbeitszeit ist dem Ermessen der Angestellten anheim gestellt, darf jedoch nicht vor 10.00 Uhr Vormittags liegen. Vor Beginn der Tätigkeit werden Brötchen, Kaffee und Kuchen verabreicht.
3. Der Mindestlohn beträgt € 20.00 die Stunde, das wären also € 3840,- im Monat. Zusätzlich noch freie Kost, Bier und Zigaretten.
4. Jede Angestellte hat im tadellosen, nach Maß gearbeitetem Kostüm zu erscheinen; die Kosten trägt der Chef.
5. Angestellte, die länger als 5 Wochen im Betrieb sind, werden im Auto zur Arbeitsstätte und wieder nach Hause gefahren. Wagen stehen genügend zur Verfügung, ebenso eine Luxuslimousine für ältere Betriebsangehörige.
6. Während der Arbeitszeit soll gesungen und gepfiffen werden. Wird ein Schlager angestimmt, so hat es jeder als seine Pflicht anzusehen, nach Kräften mitzupfeifen.
7. Von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr ist Mittagspause. Männer und Frauen nehmen an der geschmückten Tafel Platz.
8. Von15.00 Uhr bis 16.00 Uhr ist Kaffeepause, während dieser Zeit sorgt der Arbeitgeber für musikalische Unterhaltung.
9. Wer bei der Arbeit einschläft, darf auf keinen Fall geweckt werden.
10. Um 17.00 Uhr ist Feierabend. Beim Verlassen der Arbeitsstätte ist der Chef verpflichtet, jeden Arbeitnehmer die Hand zu schütteln und im Namen der Firma für die aufopfernde Tätigkeit wärmsten Dank auszusprechen.
11. Das Austreten während der Pause ist zu unterlassen, dafür ist die Arbeitszeit da.
12. Will ein Arbeiter heiraten, so hat der Chef für eine vollzählige Aussteuer zu sorgen. Die Feier findet in der Wohnung des Chefs statt. Der Betrieb wird aus diesem Anlass für eine Woche geschlossen.
13. Bei Streitigkeiten unter Kollegen sind Tisch – und Stuhlbeine zu schonen.
14. Unser Firmen Motto lautet; Arbeitet lustig und gediegen, was nicht fertig wird, bleibt liegen
Es gibt Tage da verliert man!
Der Mensch interresiert sich nicht mehr für sich selbst. Allein wichtig wird ihm, wem er angehört. Er verschanzt sich nicht, wenn er stirbt, er verschmilzt. Er verliert sich nicht, er findet sich. Das ist nicht der Wunsch eines Moralisten. Das ist die gängige Wahrheit, eine alltägliche Wahrheit, die eine alltägliche Selbsttäuschung mit einer undurchdringlichen Maske überdeckt.
Antoine de Saint Exupéry
Aus "Flug nach Arras"