Original von Leronoth
mir ging es primär darum dass hier der begriff des schaffens sehr massiv in dne mittelpunkt gerückt wurde.
Die dialektik zwischen machen und selbstzweckcharakter, der im machen, als zielgerichtetes, also mittelmäßiges handeln, zu ungunsten der kunst (meint dann selbstzweck) aufgelöst wurde.
[...]
ob kunst ausgestellt werden muss oder ob das nicht längst anachronistisch ist, ob es sinnvoll ist das "live" zu tun, was den historisch-verhärteten aspekt der meisten werke verleugnet, wird dann längst nicht mehr reflektiert...
Zuerst zum Unteren: Ob Kunst ausgestellt werden muss stand im vorliegenden Fall in der Tat nicht zur Debatte (wurde insofern wohl auch nicht hinreichend reflektiert), da zu keinem Zeitpunkt vom Zwang etwas zu tun ausgegangen wurde. Vielmehr stand die Idee im Vordergrund denjenigen, die das Bedürfnis haben etwas auszustellen, die nötige Plattform zu bieten und gleichzeitig auf eine (meiner Meinung nach sehr interessante) Veranstaltung (die documenta12) zu referenzieren.
Für eine derartige (ich taufe es jetzt mal) "Snapshot-Veranstaltung" ist es erstmal nicht relevant sich mit der oben genannten Fragestellung auseinanderzusetzen. Diese Überlegungen gibt sie an die einzelnen Akteure weiter und überlässt Ihnen, sich damit in adäquater Weise auseinanderzusetzen und Stellung zu beziehen.
Bis zum 21.5. überlegt sich jeder einzelne, ob er es für anachronistisch hält und wie er damit umgeht. An diesem Tag werden diese Positionen dann zur Diskussion gestellt und jeder Akteur zieht seine Kosequenzen.
Zum Wort "live" noch zwei besondere Bemerkungen: Zum Anfang diente es lediglich als Füllwort, für das durch den erzwungenen Blocksatz arg maltretierte Wort "auszustellen". Mittlerweile jedoch fügt es sich in das Gesamtkonzept einer "spontanen" Kunst sehr gut ein und bezieht deutlich Stellung zum Selbstverständnis der Ausstellung.
Nun zum Begriff des Schaffens: Es ist eindeutig eine von vielen Interpretationen, den Eindruck zu gewinnen, die Schaffung der Kunst stände im Vordergrund. Was meiner Meinung nach im Vordergrund steht ist die "Kunst" an sich.
Meiner Meinung nach sollte man gerade bei Werbeflyern nicht alles so derart wortwörtlich sezieren, da es unter Umständen auch sein kann, dass Worte bewusst plakativ gewählt wurden, ohne sich jedoch thematisch versteifen zu wollen. Aber es freut sich natürlich, wenn ein einzelner Werbezettel unterschiedliche Menschen zum Nachdenken anregt.
P.S. Eines noch: Selbstverständlich argumentiere ich hier fast vollkommen ohne theoretischen Unterbau. Man möge mir also verzeihen, falls ich die ein oder andere "Kuntbegriffsdefinition" falsch verwende.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elthnithihl« (1. Mai 2007, 00:52)