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Kassandra

Barbie-Grufti

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 10 901

Geschlecht: Weiblich

1

Mittwoch, 9. Juli 2008, 22:27

Verweigerung

Ich frage mich - rein moralisch, die rechtliche Sachlage ist mir klar - wenn ich eine schwere Krankheit habe, mit geringen Überlebenschancen, es gibt aber Maßnahmen die entweder a)lebensverlängernd oder b)heilend sind, aber vielleicht ein Risiko von 70 % haben, dass sie nicht funktionieren, ist es dann nicht trotzdem Selbstmord, wenn ich es ablehne mich behandeln zu lassen, weil ich Angst davor habe, die u.U. unangenehme und schmerzhafte Therapie durchzustehen?

Wer genug Selbstmitleid produziert, braucht kein Mitleid von anderen!
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Kedyns Krähe

Kritiker ;-)

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2004

Beiträge: 2 960

2

Donnerstag, 10. Juli 2008, 13:35

Ja, würde es aber eher als Freitod bezeichne, wäre in deinem Beispiel nicht nachvollziehbar für mich. Allerdings spielen da a.) zuviele andere Faktoren rein und b) ist jemand, der nicht selbst in dieser Situation steckt einfach nicht fähig, das zu beurteilen
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JaneDoe

Profi

Registrierungsdatum: 30. September 2004

Beiträge: 1 045

Geschlecht: Weiblich

3

Donnerstag, 10. Juli 2008, 14:41

Letztendlich ist das schwer zu beantworten und ich denke wenn man selbst in der Situation wäre würde man es sicherlich anders sehn als man es jetzt sagen könnte.
Wobei man wohl wenn man wirklich in der Situation sein würde, wahrscheinlich nicht mehr sonderlich viel zu 'sagen' könnte...

Im Großen und Ganzen bin ich (bei anderen) immer dafür bis zum Schluss zu gehen. Ich mag es nicht aufzugeben, bzw zu sehn wie andere aufgeben, was ja irgendwie schizo ist, da ich selbst kein Mensch bin der so ein Durchhaltevermögen besitzt, wie er von anderen fordert.

Ich weiß jetzt aber auch nicht ob ich richtig versteh was Du meinst. Es geht Dir 'nur' darum ob jemand gewollt sein Leben verlängert aber NICHT sein Leben freiwillig beendet (wie im Fall der Sterbehilfe der 80 Jährigen und dem Kusch)?

Ich glaub ich red totalen Schwachsinn und wohl am Thema vorbei, sorry.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »JaneDoe« (10. Juli 2008, 14:43)

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ich

Meisterin

Registrierungsdatum: 28. Februar 2004

Beiträge: 1 992

Geschlecht: Weiblich

4

Donnerstag, 10. Juli 2008, 21:53

Das kann man nur nachvollziehen wenn man selber in der Situation ist....
Wenn man nicht selber betroffen ist sagt es sich leicht...."ich würd es tun,ich würd nicht aufgeben !" und die ganzen Sprüche die man so auf Lager hat wenn es einem nicht selber betrifft....
Ich weiß wovon ich spreche....hab es jahrelang bei meinen Patienten praktiziert...."Sie dürfen nicht aufgeben,kämpfen sie weiter...usw."
Dieses ganze Gerede....
Dabei übersieht man den Betroffenen selber....denn nur er und sonst Niemand hat das Recht darüber zu entscheiden wieviel u was er sich machen läßt u wieviel er sich selber zumuten will und vor allem kann !!!
Mit ständigen Schmerzen leben u zu wissen das eine Therapie nur ein Versuch ist ...
ich lasse es offen ...urteilt selber darüber.
ich weiß es.
Flehen um ein anderes, besseres Sein


--------

ICH
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Medivh

Moderator

Registrierungsdatum: 25. März 2004

Beiträge: 1 162

Geschlecht: Männlich

5

Donnerstag, 10. Juli 2008, 22:10

Für mich wäre es auch ein Freitod.
Wenn ein Mensch, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist sollte er auch das Recht haben über sein eigenes Leben zu urteilen und zu verfügen, wann und wofür er es hergibt.
Die Frage ist dann für mich, wie ich diese Person betrachte. Ob es für mich verständlich, da ausweglos ist, oder ob es für mich einfach nur ein Zeichen von Schwäche und Angst ist sich nicht auf diese kleine Chance und die damit verbundenen Scherzen etc einzulassen.
Wenn du dich mit dem Alkohol einlässt verändert sich nicht der Alkohol, der Alkohol verändert dich!
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Registrierungsdatum: 5. November 2007

Beiträge: 148

Geschlecht: Weiblich

6

Donnerstag, 10. Juli 2008, 22:53

Hmmm - schwierig...

Mir fällt da als Beispiel ganz spontan die "Chemo-Therapie" als Behandlung gegen Krebs ein. Da hat man ja schon allerhand gruseliges daruber gehört. Z.B. dass viele, die damit zwar erfolgreich den Krebs besiegt haben mit schwerwiegenden Schäden, die die Medikamente verursacht haben, leben müssen. Und die Therapie ist ja bekanntermaßen alles andere als ein Zuckerschlecken.
Und was ist mit denen, die nicht das Glück hatten, dass die Chemo funktioniert? Denen geht es hinterher noch schlechter als vorher - und das auch noch ohne einen Erfolg erzielt zu haben.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, selber in dieser Situation zu sein und ich müsste mich entscheiden, ob ich diese Therapie mache oder nicht - ich wüsste nicht, was ich machen würde.
(kann sein, dass nicht alles davon richtig ist - bin kein Experte auf diesem Gebiet, ist nur das, was ich so "gehört" habe)

Aber als Selbstmord würde ich es nicht sehen, wenn sich jemand den zur Verfügung stehenden Mitteln verweigert.



Ich denke auch, dass man sich wirklich erst dann ein Urteil darüber bilden kann, wenn man selbst betroffen ist (egal ob aktiv oder passiv).
Ich wünsche es niemandem und hoffe auch, dass ich selbst nie in eine solche Situation komme.
:edd
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Chubacabra

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 28. September 2003

Beiträge: 424

Geschlecht: Männlich

7

Freitag, 11. Juli 2008, 10:10

Ich hab mittlerweile viele solcher Patienten gesehen und bewundere die Kraft von jeden einzelnem, die Kraft für solch einen Kampf aufzubringen... Und ich habe auch schon viele gesehen, die diesen Kampf verloren haben.

Ich verstehe jeden Menschen, der irgendwann einmal aufgibt und es vorbei haben will, da es wahnsinnig nicht nur an deinen physischen, sondern auch und (vorallem?) an deine psychischen Reserven greift, hier zu kämpfen

Nur noch Ruhe, endlich ausruhen, das ist es was die meisten dann wollen, und es eine Anstandssache, ihnen das zu gewähren

Sowas ist aber gerade in meinem Job manchmal schwierig, nachdem wir ja verpflichtet sind, alles zu tun um ein Überleben zu sichern, solange wir nicht eine "Patientenverfügung" haben. Wenn die Situation sehr eindeutig ist und man eigentlich froh für den Patienten sein sollte, das er es hinter sich hat, dann wird häufig der Patient sehr schnell für Tod erklärt
OHNE WORTE
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Registrierungsdatum: 23. September 2003

Beiträge: 2 358

Geschlecht: Männlich

8

Freitag, 11. Juli 2008, 14:20

Ich finde es auch sehr schwierieg. Ich habe mal eine doku über prostatakrebs gesehen, behandlung methioden neben wirkungen usw.

Da hab cih mri auch selsbt die frage gestellt, was würde ich tun. Ich die option die karnkheti nicht behandeln zu lassen würde aber auch ich mir offen halten denke ich.

Man müsste sch natürlich vorher genau informeiren, welche risiken entstehen. Und Vor allendingen wie der krankheitsverlauf wäre wenn man sie nciht behandeln würde.
Ist wirklich schwer zu beurtielen, da auch die fachkenntnis fehlt. Kommt halt auch immer auf das jewilige krankheitsbild drauf an.


-
Masilius
"Sei du selbst die Veränderung, die dur dir wünscht für diese Welt."

¤

"Das Leben ist nichts anderes, als die endlose Probe einer Vorstellung, die niemals stattfindet."

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Calvin

Moderator/in

Registrierungsdatum: 4. Dezember 2005

Beiträge: 2 128

9

Freitag, 21. November 2008, 14:17

Ich finde auch dass man das so nur sagen kann,wenn man in so einer Situation ist oder schoneinmal war. Man kann,wenn man gesund ist eigentlich garnichts dazu sagen, wie man sich wohl fühlen muss wenn man weiß man steht an der Schwelle zum Tod. Dennoch ist es für mich doch eine Art Freitod, wie schon ein paar meiner Vorredner gesagt haben, weil man in dieser Situation, wenn man eine (vielleicht) heilende Behandlung ablehnt, selbst entscheidet, dass man nichtmehr leben möchte bzw. sein Leben/Leiden nicht verlängern möchte.
Moralisch ist diese Sache für mich aber völlig in Ordnung,solange ein Mensch bei klarem Verstand ist und nicht überstürzt entscheidet,sondern vorher darüber nachdenkt. Jeder Mensch hat selbst entscheiden zu dürfen ob er leben möchte oder nicht. Und in solcher Situation hat das für mich auch nichts mit Feigheit oder ähnlichem zu tun. Ich verstehe nicht, was daran moralisch falsch sein soll, eine Behandlung zu verweigern ...

Calvin
..."Was kostet die Welt? ... Achso ... Hm. Dann nehm ich ne kleine Coke"
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Eztenxiar

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 14. Oktober 2003

Beiträge: 277

Geschlecht: Männlich

10

Samstag, 22. November 2008, 16:53

Das Wort Freitod ist wohl am treffensten.Immerhin gibt es Zustände,in denen man überhaupt nicht mehr weiterleben möchte und es ist kein direkter Selbstmord,wenn man sich entscheidet zu sterben wenn man eh schon entsprechend massiv leidet.Derartiges leid ist nämlich oft mit entsprechenden Depressionen verbunden,entsprchend sieht man irgendwann keinen Sinn mehr im Leben.
Heavy Metal forever !!!
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