Ich fand's ein wenig strange, dass heute morgen die Topmeldung war, dass die Kinder wieder in die Schule gehen... dass die Schulpflicht nicht ewig aufgehoben wird, ist doch klar...
just think about it. die message ist doch nun wirklich einfach: endlich wieder normalität.
das reiht sich astrein in die artikel 'winneden hat getrauert' und nahezu jede form der trauerbewältigung ein.
statt die solidarität der gattung im angesicht des todes zu suchen, wird die zerspaltung der gattung auch durch den tod hindurch durchgehalten.
das beerdigungsinstitut nimmt geld und spricht über 'flexibilität', die zeitungen des landes halten ihre verkaufszahlen konstant, der staat beweist seine lufthoheit und demonstriet hohlheit, der mob sucht schuldige und neben den todesanzeigen wird fürs kostengünstige unter die erde bringen geworben.
das christentum singt dazu sein übliches lied. auch der tod hatte sinn (irgendwie) und auch jesus hat ja (seit 1200) am kreuz gelitten, so dass das 'Opfer' schon vom herren her sanktioniert ist. Malthus sang mit dem herren in rücken ein loblied aufs massensterben der arbeiter. heute jedoch ist 'durchhalten' an der zeit und das christentum beweist immerhin die oberherrschaft über die toten, wenn ihnen schon sonst nix vom kuchen bleibt.
man möchte kotzen oder -um der hoffnungslosen willen- im bewußtsein halten, dass das Sterben umsonst war. gerade um der hoffnung willen hat man sich jeder theodizee, sinngebung und jedem faschistischen gerede vom 'opfer' zu entsagen...
andererseits hat dieser metaphysische standpunkt schon fast noch etwas menschliches, weil er den tod nicht ganz verdrängt hat. heutzutage ist das 'absterben' und das mediale massentrauern ja bloß noch katharsis für den sein eigenes Leiden vergessenden menschen...