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Weimar rockt gegen Rechts
Samstag der 28. Mai war ein ablsoluter Erfolg für die demokratische Mehrheit, die sich aus AntifaschistInnen und BürgerInnen nicht nur aus Weimar zusammensetzte und gemeinsam gegen den Thüringentag der Hitlerjugend-Nachfolgeorganisation „JN“ demonstrierte. Alles begann schon in Jena, wo mit einer Sitzblockade die Abreise der dortigen Nazikader verzögert wurde. Von den knapp 50 Teilnehmern wurden 22 in Gewahrsam genommen.
Besser sah es da schon in Weimar aus. Dort verliefen alle Gegenaktionen friedlich und es kam zu keinen Festnahmen auf Seiten der Linken. Die zahlreichen AntifaschistInnen solidarisierten sich mit der Bevölkerung Weimar's, deren kultureller Status von der Unkultur der Neonazis bedroht wurde.
Selbst Weimar's Bürgermeister zeigte Engagement, indem er die Faschisten vom Theaterplatz auf den Herman-Brill-Platz verbannte. Dort hatten sie den „Platz an der Sonne“, den schon ihr Kaiser Wilhelm gefordert hatte. Doch schien ihnen das weniger zu gefallen, da die Sonnenbräune ihrem Rassismus einen schweren Schlag verpassen dürfte.
Während sich die lächerlichen 35 Birnen in der Sonne allmählich in Redskins verwandelten, marschierten 350 BürgerInnen gemeinsam mit AntifaschstInnen in Richtung Brill-Platz, um die braunen Kameraden gebührend mit „Nazis raus“ und „Nein zum Nationalsozialismus“ Sprechchören zu empfangen.
Den Hitlerjungs dürfte nicht entgangen sein, dass der Demonstrationszug, der an den folgenden Stationen auf über 1.000 Teilnehmer anwuchs, sich überwiegend aus aufgebrachten Bürgern zusammensetzte. Letztendlich nahmen an den ganzen Gegenaktionen, die sich über die gesamte Innenstadt verteilten und zu denen auch eine öffentliche Stadtratssitzung gehörte, mehr als 2.000 Menschen teil.
Weimar's BürgerInnen zeigten sehr unmissverständlich, dass sie nicht vergessen haben, was vor 60 Jahren in Buchenwald geschah und dass sie nicht wollen, dass derartiges wieder geschieht! Die Nazis mögen sich damit rühmen, dass nur einige Linke und Antifas auf der Straße wahren und das Volk doch mit ihnen sympathisiere. Die Realität ist jedoch eine andere!
Es war die breite Masse der BürgerInnen, die gegen die Nationalsozialisten und ihre menschenverachtende Ideologie protestierte. Sogar die Polizei schloss sich diesmal der allgemeinen Stimmung an und danke insbesondere den linken und antifaschistischen Kräften, dass alles ohne Ausschreitungen verlief.
Letztendlich hatte die Polizei sogar das Vergnügen, endlich einmal gegen die Rechtsextremisten vorzugehen. Diese hatten nämlich eine politische Kundgebung angekündigt und vor Gericht genehmigt bekommen. Die Stadt und Polizei warteten bereits auf den kleinsten Fehler, um einen Anlass zur Auflösung zu bekommen. Dieser Anlass bot sich, als sich herausstellte, dass es sich gar nicht um eine politische Veranstaltung, sondern ein braunes „Volksfest“ handelte und ein solches wurde ihnen nie genehmigt.
Der Bürgermeister reagierte sofort und lies den Brill-Platz unverzüglich von dem braunen Mob, der auf 150 Teilnehmer angewachsen war und nun auch noch „Deutschland Deutschland über alles“ zu singen begann, säubern. Dabei wurden zahlreiche Waffen sicher gestellt, die wohl für Vergeltungsmaßnahmen an der Weimarer Bevölkerung mitgeführt wurden.
Es grenzt schon an geistige Selbstbefriedigung, dass sich die Faschisten trotz ihrer Niederlage weiterhin als Sieger feiern. Sie hatten eine Kundgebung für 500 Nazis angemeldet, nur 150 waren gekommen. Sie wurden von der zahlenmäßig weit überlegenen Bevölkerung verbal in Grund und Boden gestampft. Und während ihre Veranstaltung von Stadt und Polizei zerschlagen wurde, applaudierten tausende für den Sieg der Freiheit und Demokratie.
Am 11. Juni, wenn die Nationalsozialisten ihr „Fest der Völker“ in Jena begehen, sollte sich abermals eine breite Mehrheit gegen sie stellen. Nicht nur, dass ihr internationaler Nationalismus, den sie in Jena predigen wollen, ausgemachter Schwachsinn ist, dahinter steht unverhohlener Rassismus und eine Abneigung gegen jegliche Demokratie.
Die Teilnehmer der Weimarer NS-Veranstaltung sollten sich in Jena jedenfalls vorsehen. Ihre in Weimar gewonnene Sonnenbräune könnte ihnen dort zum Verhängnis werden...
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Jena gegen Rechts – Nazifest ein Witz
Lange hatten die NPD und freie Nazikader angekündigt, zum „Fest der Völker“ Jena mit tausenden Nazis aus ganz Europa zu überschwemmen. Die knapp 450 Nasen, die sich dann eingefunden hatten, mussten jedoch bald feststellen, dass die Stadt von Antifaschisten überschwemmt war. 5.000 Menschen hatten sich in Jenas Innenstadt eingefunden, um den Faschisten zu zeigen, dass sie unerwünscht sind. Der MDR berichtete gar von 8.000 engagierten BürgerInnen und AntifaschistInnen.
Die Proteste begannen schon in aller Frühe mit der Besetzung des Gries-Platzes. Dort hatten zwei antifaschistische Gruppen ihre Veranstaltungen angemeldet, sollten diese jedoch nicht bekommen, da die Nazis vom Markt dorthin verlagert werden sollten. Da die Antifaschisten nicht nur Erstanmelder, sondern alleinige Anmelder für den Gries waren, ließen sie sich ihre Rechte nicht nehmen und belagerten den Platz mit Barrikaden.
Die über 400 Linken wurden zunächst eingekesselt, konnten sich aber letztendlich durchsetzen. 22 von ihnen wurden jedoch auf Geheiß des hessischen Polizeieinsatzleiters verhaftet, obwohl der Polizeichef von Jena darauf hinwies, dass es sich um bekanntermaßen friedliche Personen handelte. Während diese Unglücklichen nun widerrechtlich für 5 Stunden ihrer Freiheit beraubt wurden, ließ man die restlichen ca. 400 Linken zum Sammelplatz in der Nähe des Marktes marschieren.
Dort warteten bereits an die 3000 Demonstranten, während sich in einem naheliegenden Kaufhaus 15 Nazis, die wohl nicht mitbekommen hatten, dass ihre Veranstaltung nicht am Markt stattfand, ängstlich versteckten. Ihr Volksfest wurde indessen auf den Vorplatz des Hornbach-Marktes im Stadtteil Jena-Lobeda verlegt. Natürlich wollte Hornbach nicht mit den rechten Schlägern identifiziert werden, die der Marktkette fünfstellige Umsatzeinbußen bescherten und so wurden die Faschisten abermals verjagt.
Letztendlich fand ihr „Fest der Völker“ auf einem Platz am Stadtrand von Lobeda statt, in unmittelbarer Nähe einer Autobahnbaustelle und um die Hälfte gekürzt. Währenddessen zog eine Demonstration von über 5.000 aufgebrachten BürgerInnen und AntifaschistInnen mit einiger Verzögerung durch Jenas Stadtzentrum und immerhin 3.000 brachten auch noch den Mut auf, den langen Marsch nach Lobeda anzutreten.
Dort wurde die Demonstration abermals gespalten. Während der Großteil sich vor dem braunen Haus, dass als Schaltzentrale der Jenaer Nazis um Ralf Wohlleben dient, versammelte und eine Kundgebung abhielt, wurden ca. 300 Antifas, die den Nazis ihre Meinung aus direkter Nähe sagen wollten, abermals eingekesselt. Dabei wurde ein Thüringer Antifaschist von der Polizei schwer verletzt und musste mit einer Fleischwunde und Blutvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Zu weiteren Eklats auf Seiten der Polizei kam es glücklicherweise nicht und auch die Ausschreitungen von Rechts konnten größtenteils unterbunden werden. Nur 15 Autonome wurden insgesamt in Jenas Krankenhaus eingeliefert, wo allerdings auch ebenso viele Faschisten landeten, die irrsinnig genug waren, eine so große Übermacht zu attackieren.
Dies waren jedoch nur Randerscheinungen, die antifaschistischen und bürgerlichen Proteste blieben im Großen und Ganzen friedlich und bewiesen eine eindeutige Zuneigung zur Demokratie. Auf dem Markt versammelten sich am späten Nachmittag noch einmal 300 BürgerInnen zu einer Kundgebung, danach fanden diverse Konzerte im gesamten Stadtzentrum statt, die auch großen Zuspruch bei der Jenaer Bevölkerung fanden.
Von den Nazis fehlte am Abend hingegen jede Spur. Ihre braune Party dauerte statt 10 Stunden gerade mal 5, die Zahl der Interessierten bewies großes Desinteresse sogar in den eigenen Reihen. Mit Ausländern wollte die Masse der deutschen Nationalsozialisten wohl nichts zu tun haben, selbst wenn es sich dabei auch um Nazis handelte. Ohne den großen Ausländeranteil jedoch, wären die deutschen Nazikader wohl endgültig verlassen gewesen. Sie sollten es sich überlegen, noch einmal „Ausländer raus!“ zu grölen, wenn sie ohne diese schon gar nicht mehr auskommen.
Nachdem ihre ausländischen Kameraden wieder in ihre Heimatländer deportiert wurden, kündigten einige enttäuschte Nazischläger diverse Racheaktionen an. Da es jedoch zu keinen Überfällen auf linke Zentren kam, bleibt abzuwarten, wem die Rache überhaupt galt. Vielleicht der NPD und ihren Lakaien für die schlechte Organisation? Die über 5.000 engagierten Menschen dürften den gewaltbereiten Schlägern jedenfalls eine Nummer zu groß gewesen sein.
Doch anstatt endlich einzusehen, dass Deutschland eine breite demokratische Basis hat und die Mehrheit der BürgerInnen weder an Rassismus noch Faschismus interessiert ist und keine Wiederholung der Geschichte durch ewig Gestrige wünscht, findet man auf den gängigen Naziwebseiten eine Selbstbeweihräucherung, die Ihresgleichen sucht.
Nicht nur, dass man die Gegenaktivitäten fast ganz wegredet, die eigene Teilnehmerzahl wird auf 1.000 bekundet, obwohl es sich nicht einmal um die Hälfte handelte. Entweder können die Birnen nicht zählen oder sie glauben den Dreck, den sie selber schreiben. Scheinbar leiden die Rechten unter Realitätsverlust (kein Wunder, ein Nazi wurde mit Amnesie ins Hospital eingeliefert) und so oder so war die rechte Kundgebung ein einziger Witz. Ein wahres Fest der Völker gab es nur auf der Gegenseite, die sich gewohnt bunt, offen und tolerant zeigte.
Dennoch bleibt trotz des gigantischen Erfolges der friedlichen Bürgerbewegung gegen den braunen Mob ein fahler Nachgeschmack bei der ganzen Sache. Denn trotz, dass es sich bei der Nazikundgebung nachweislich um eine verdeckte Blood & Honor Veranstaltung handelte, hat die Justiz bei einem Verbot versagt. Die deutschen NS-Bands mögen zwar leider legalen Nachfolgeorganisationen von B&H angehören, aber die ausländischen „Terroristen mit E-Gitarre“ (so die Selbstbeschreibung einer bekannten Berliner Band) gehören zum B&H Netzwerk und hätten demnach in Deutschland nicht spielen dürfen.
Nächstes Jahr wollen die rechten Organisatoren, trotz ihrer heftigen Niederlage, Jena wieder mit einem „Völkerfest“ heimsuchen. Hoffentlich versteht man es von staatlicher Seite dann mehr, dieses menschenverachtende Treiben zu unterbinden. Wir BürgerInnen, AntifaschistInnen, Linken, DemokratInnen etc. werden auf jeden Fall wieder dagegen auf der Straße sein – mit dem Gefühl des Teilsieges über den Nationalsozialismus vom 11. Juni 2005!
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Erfurt gegen Rechts – Nazis freuen sich
Es sollte der Tag der Abrechnung werden, hatten die Nazis nach dem Prangerstehen Anfang des Jahres in Erfurt gedroht. Abgerechnet wurde am Samstag den 25. Juni auch – mit ihnen!
Es waren zwar erstaunlich „viele“ Faschisten erschienen, etwas um die 200, aber mit mehr hat man bei einem Anmelder wie Christian Worch auch gar nicht gerechnet. An den verschiedenen Sitzblockaden hingegen nahmen ca. 1.500 Menschen teil, größtenteils auch erfolgreich und zumindest wurde der Naziaufmarsch stark verzögert. Der größten Blockade mit über 500 Teilnehmern, stattete sogar Erfurt's Oberbürgermeister Ruge einen Besuch ab und bedankte sich bei den engagierten BürgerInnen und Jugendlichen. Dafür, dass er in der CDU ist, Respekt!
Als die Nasen dann, nach einer kurzen Kundgebung am Stadtpark, doch losmarschierten, kamen sie an dieser Hauptblockade nicht vorbei. Allerdings räumte die Polizei eine der kleineren beiseite und so zogen die Nazis unter lauten Buh-Rufen doch noch ins Stadtzentrum, wo sie einmal am Marx-Platz und danach am Theaterplatz, von den Antifas mit „Nazis raus!“-Rufen und einem überdimensionalen „Kein Sex mit Nazis“-Banner empfangen wurden.
Während der Protest gegen die Nazis friedlich verlief, gab es von Seiten der Polizei mindestens 3 bestätigte Übergriffe. Einem Mitarbeiter des PDS-Büros RedRoxx wurde grundlos ins Kreuz getreten, obwohl dieser mehrmals zum friedlichen Verlauf der Gegenaktivitäten aufgerufen hatte. Des weiteren wurde ein Ausländer, weil er die Polizei als „faschistisch“ bezeichnete, niedergeschlagen und ein Mitglied unserer Jugendgruppe wurde genötigt, sich komplett zu entkleiden. Dass diese Abu Ghureib-Methoden gegen das Grundgesetz verstößt, schien die betreffenden Beamten nicht zu interessieren.
Wie nahe einige Polizisten den Rechtsextremisten stehen, wobei ich das wirklich nur auf die Betreffenden und nicht pauschal auf alle beziehen möchte, bewiesen sie letztendlich allen Bürgern auf dem Domplatz. Dort wurde zunächst eine Sitzblockade aufgelöst und die Nazis in einen Schutzkessel geleitet, der weiträumig abgesperrt war.
Weit über 1.500 BürgerInnen und AnitfaschistInnen versammelten sich abermals zu einem Prangerstehen der Faschisten, wie schon einige Monate zuvor. Doch obwohl niemand die Angeprangerten bewarf oder auch nur versuchte, über die Absperrung zu kommen, setzen ohne jede Vorwarnung einige Polizeikräfte ihre Helme auf und stürmten zum Schutze der Nazis vor die Barrikaden.
Da es zu keinen Übergriffen von Seiten der BürgerInnen kam, bleibt die Frage offen, was diese Aktion zu bedeuten hatte? Vielleicht hatten jene Beamten ja Mitleid mit den Nazis und stellten sich zu ihnen, damit sie sich nicht so alleine fühlten. Diese indess hielten ohne jede Gnade ihre Kundgebung ab. Sie konnten zwar dank der lautstarken Proteste einer übermächtigen demokratischen Masse ihr eigenes Wort nicht verstehen, klatschten ihren Redner aber dennoch Beifall. Na ja, so hohle Parolen braucht man auch nicht zu hören, um sie zu verstehen...
Als die Birnen dann endlich einsahen, dass sie bei den ErfuterInnen auf keinen grünen Zweig kommen konnten, senkten sie ihre Fahnen und drehten der Menge den Rücken zu. Ganz nach dem Motto: Wenn ich die nicht sehe, dann sind sie auch nicht da. Eins muss man den Neonazis lassen, sie sind Meister der Selbsttäuschung.
Als sie dann endgültig genug von ihrer Blamage hatten, flohen die Conks feige in ihre bereitstehenden Busse. Beim Rausschmiss aus der Stadt durch die BürgerInnen grinsten die Nasen die Menschenmenge hämisch an, als hätten sie gerade einen großartigen Sieg errungen. Waren sie etwa stolz, dass sie schon wieder von einer überwältigenden Mehrheit ausgebuht wurden? Oder freuten sie sich einfach nur über ihre grenzenlose Dummheit?
Diese Dummheit bewies im übrigen erst kürzlich wieder NSAW-Chef Patrick Wieschke. Dieser konnte nicht auf der Nazisdemo reden, da er wieder einmal im Knast sitzt. Aber ob den überhaupt noch ein Kamerad hören wollte, ist äußerst fraglich, bei dem Grund seiner Verhaftung. Hat Punks geklatscht, werden sich jetzt einige fragen? Nein! Hat er sich vielleicht wieder einmal an seiner Mutti vergriffen? Nein, auch nicht! Er hat einen seiner eigenen Kameraden verprügelt, weil dieser keine Flyer austeilen wollte.
Wir wussten ja schon, dass Wieschke einer der brutalsten Nazischläger Thüringens ist, aber dass er in seiner Position als führender Kader so eine dämliche Tat begeht ist einfach nur peinlich! Sein Opfer zieht es derweil durchaus in Betracht, Anzeige zu erstatten. Ein Ausstieg aus der Naziszene wäre zudem vielleicht auch ratsam, denn der, der einen verprügelt, kann wohl kaum ein Freund sein.
Und ständig am Pranger zu stehen macht auf Dauer auch keinen Spaß. Merke: Nazi sein, das lohnt sich nicht! Wirklich Spaß hatten an diesem Tag wieder einmal nur die Demokraten, die die Feststimmung in der Sitzblockade und den Zuspruch der Medien genossen.
, ohne jede Polizei dazwischen, während auf der anderen Straßenseite einige hundert Antifas eingekesselt waren.