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der Schütze

Der Pilger

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 4 911

1

Sonntag, 31. Dezember 2006, 16:53

[Roman] Brussig- Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Thomas Brussig- Am kürzeren Ende der Sonnenallee

Micha wohnt in der Sonnenallee. Am kürzeren Ende der Sonnenallee, gleich neben der Mauer. Wenn er morgens zur Schule geht, verfolgen ihn die spöttischen Rufe der Schüler vom Aussichtsturm von der anderen Seite der Todeszone. Doch es gibt ein Leben hinter der Mauer und worüber man gerne weinen würde, darüber darf diesmal einfach herzhaft gelacht werden. Michas Geschichte erzählt von Liebesbriefen, die der Wind in den Todesstreifen trug, vom Rolling- Stones- Album, das Leben rettet, von Existentialisten, welche die Welt hinter der Mauer im französischen Stil befreien und vom ganz normalen Alltag in einer nicht mehr ganz so normalen Welt.

Geschickt fasst Thomas Brussig ein großes Glück in ein kleines Buch und bereichert die deutsche Literatur um ein wohlwollendes Stück Humor vom Feinsten für das Schmunzeln der Seele zwischendurch.

“Die Straße mit dem so schönen Namen Sonnenallee wollte Stalin nicht den Amerikanern überlassen, zumindest nicht ganz. So hat er bei Harry S. Truman einen Anspruch auf die Sonnenallee erhoben- den der natürlich abwies. Doch Stalin ließ nicht locker, und schnell drohte es handgreiflich zu werden. Als sich Stalins und Trumans Nasenspitzen fast berührten, drängte sich der britische Premier zwischen die beiden, brachte sie auseinander und trat selbst vor die Berlin- Karte. Er sah auf den ersten Blick, dass die Sonnenallee über vier Kilometer lang ist. Churchill stand traditionell auf seiten der Amerikaner, und jeder im Raum hielt es für ausgeschlossen, dass er Stalin die Sonnenallee zusprechen würde. Und wie man Churchill kannte, würde er an seiner Zigarre ziehen, einen Moment nachdenken, dann den Rauch ausblasen, den Kopf schütteln und zum nächsten Verhandlungspunkt übergehen. Doch als Churchill an seinem Stumpen zog, bemerkte er zu seinem Missvergnügen, dass der schon wieder kalt war. Stalin war so zuvorkommend, ihm Feuer zu geben, und während Churchill seinen ersten Zug auskostete und sich über die Berlin- Karte beugte, überlegte er, wie sich Stalins Geste adäquat erwidern ließe. Als Churchill den Rauch wieder ausblies, gab er Stalin einen Zipfel von sechzig Metern Sonnenallee und wechselte das Thema.”
der Schütze
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Visce

Mr. Viernheimer Dreieck

Registrierungsdatum: 28. November 2003

Beiträge: 1 435

Geschlecht: Männlich

2

Sonntag, 31. Dezember 2006, 19:26

Das Buch hatten wir als Schullektüre. Eines der wenigen Bücher in der Schule das mir wirklich gut gefallen hatte. Hab ich auch später gern noch ma gelesen.

Die Verfilmung hat auch was.

Visce - lost in loneliness since 1985.
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HijaDeLaLuna

Mrs. Brainshaker

Registrierungsdatum: 27. September 2003

Beiträge: 2 365

Geschlecht: Weiblich

3

Freitag, 19. Januar 2007, 07:56

Zitat

Original von Visce
Das Buch hatten wir als Schullektüre. Eines der wenigen Bücher in der Schule das mir wirklich gut gefallen hatte. Hab ich auch später gern noch ma gelesen.

Die Verfilmung hat auch was.


Jaaa hatten wir damals auch.
War echt cool das Buch, auch wenns wahrscheilich die Tatsachen verkennt (vor allem als der eine gerettet wurde, weil er die Stonesplatte unter der Jacke hatte, als er erschossen werden sollte *chr chr*)

Die Verfilmung fand ich nicht so gut, weil die einfach wesentliche unterschiede zum Buch hatte.

Luna.
Es ist ein alter Gedanke:
je schärfer und unerbittlicher wir eine These formulieren,
desto unwiderstehlicher ruft sie nach der Antithese.

Hermann Hesse
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der Schütze

Der Pilger

Registrierungsdatum: 24. September 2003

Beiträge: 4 911

4

Samstag, 30. Juni 2007, 18:50

Seid gegrüßt.

Ich seh gerade, dass die Verfilmung (die ich noch nicht kenne und daher auch nicht beurteilen kann) heute um 20:15Uhr auf Pro7 läuft- falls jemand wirklich gar nichts mit seiner Zeit an zu fangen weiß ;)
der Schütze
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